Die Pfarrkirche

Laut einer Urkunde wurde die “basylica zu Tigia“ 1132 aus dem Gebiet der Urpfarre Altpölla herausgenommen und zur selbständigen Pfarre erhoben. Die dem hl. Ulrich (Bischof von Augsburg, † 973) geweihte Stadtpfarrkirche von Allentsteig geht ebenso wie die Burg auf das 11. Jahrhundert zurück. Der ursprünglich einschiffige romanische Kirchenbau wurde mehrmals erweitert und im 14./15. Jahrhundert gotisiert. 1680 finanzierte Georg Haffner, Rittmeister der Herrschaft (Grabstein in der Kirche), die Erweiterung der Kirche nach Westen hin und den Turmbau nach einem Brand. Der Bau des nördlichen Seitenschiffs, der Lorettokapelle, wurde 1690 durch Ferdinand Christoph Rappach (aus der Verlassenschaft Haffners) ermöglicht. Beim Umbau der Marienkapelle 1822 wurde die alte Gruft beseitigt,1882 eine neue Familiengruft der Familie Pereira-Arnstein angelegt und eine neue Großes BildOrgel installiert. 1893 wurde die Kirche im neogotischen Stil umgestaltet, mit neuem Hochaltar und dem Ulrichsfenster im Altarraum. 1904 wurde die Marien-(Loretto-)Kapelle vergrößert und der Bau des südlichen Seitenschiffs, der Herz-Jesu-Kapelle, begonnen (an der Stelle, wo sich der alte Karner befunden hatte - bis 1808 war die Kirche vom Friedhof umgeben). 1949 erhielt die Kirche ihr heutiges Geläute (5 Glocken), 1954 erfolgte die Umgestaltung des Altarraumes zur heutigen Form, zwischen 1985 und 1990 die Außen- und Innenrenovierung.

Das Äußere der Kirche
An der westlichen Giebelfront der Kirche findet sich die Steinstatue des hl. Ulrich (17. Jh.), gegenüber dem Portal zwei Steinplastiken: rechts der hl. Florian (Bild) (römischer Offizier, der 304 in Lorch bei Enns in der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian starb), links der hl. Leonhard (er lebte als Einsiedler im 6. Jh. in Frankreich, dargestellt als Mönch).
Beim Eingang zur Marienkapelle ragt aus der Mauer ein stark verwitterter Priestergrabstein aus dem 14. Jh.(1315?), die Inschrift lautet: (hi)c (i)acet P(ater) ve(nerabilis) do(minus) - “hier ruht der ehrwürdige Vater”; das gotische Kreuz ist ein weiterer Hinweis auf den Priestergrabstein. Der Stein wurde bis 1890 als Altarmensa (daher die Ausnehmung) verwendet.
An der Südseite der Kirche befindet sich unter dem Dach eine kleine Nische (Rest eines romanischen Fensters) mit der Christophorusstatue.


Das Innere der Kirche
Das Hauptschiff des stets blumengeschmückten Gotteshauses ziert ein Kreuzrippengewölbe. Die Gestaltung des Hochaltars mit dem großen Kreuz auf einem Strahlenkranz stammt aus dem Jahr 1954 (zuvor gab es einen neugotischen Holzaltar). Die Statue links davon stellt den hl. Ulrich dar, den Patron der Pfarrkirche, mit Buch und Fisch (vgl. das große Ulrichs-Fenster von 1893 im Altarraum und Statue an der Westfront); die rechte Statute den hl. Ernst, Bischof von Prag, der 1344 Grundstein zum Prager Veitsdom legte. Der Pelikan am Sockel des Altares ist ein mittelalterliches Symbol für den Opfertod Christi. Die ehemalige Gruft unter dem Altarraum wurde 1965 zugemauert.
Rechterhand vom Altarraum steht die seltene Darstellung des “Geiselheilands” (um 1800), in der Sakristei wird ein elfenbeinernes Kreuz aus dem 17. Jh. aufbewahrt.
Die 1882 gebaute Orgel umfaßt 2 Manuale und 16 klingende Register.

Die Seitenkapellen wurden 1690/1822 bzw. 1903/4 angefügt.
in der Marienkapelle ist über einem einfachen Steinaltar eine Marienstatue mit Jesuskind (1900) Großes Bildzu sehen. Davor steht der Taufstein aus der Renaissance (1591), dessen aus Deckel (1954). Die Inschrift ICHTHYS (griech. „Fisch“, auch Abkürzung für “Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser” und ein Symbol für Christus und das Christentum) trägt. Unter diesem Teil der Marienkapelle befindet sich die Gruft der Familie Pereira-Arnstein (Bild), Die birgt 20 Särge, die letzte Bestattung erfolgte 1957.


Hager-Gedenktafel/Grabstein (1513)
Die Hager, die rund 250 Jahre Besitzer der Burg waren, gelten als Vorkämpfer des Protestantismus in Österreich; dem Geschlecht entstammen Feldherren, Staatsmänner und hohe Verwaltungsbeamte. Der Grabstein für Sigmundt Hager (†1521) und seine Frau Elisabeth (†1513) zeigt die Wappen der beiden Familien; das Schlangenpaar symbolisiert Liebe und Unsterblichkeit.
An Georg Haffner, Rittmeister der Herrschaft Rappach, erinnert der Grabstein mit typisch barocken Formen und die Inschrift in lateinischer Sprache. Haffner gab privates Vermögen für die Vergrößerung der Kirche und den Bau des Turmes.

Herz-Jesu-Kapelle
Errichtet 1904 an der Stelle, wo sich der alte Karner befunden hatte (bis 1808 war die Kirche vom Friedhof umgeben), ist die Herz-Jesu-Kapelle durch den neugotischen Altar und Glasfenster mit leuchtenden Farben geprägt.

      

 

 

          

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